Lebensmittel-Industrie

Ein Zukunftsmarkt für innovative Ideen

Vor 2.000 Jahren waren Algen bereits ein Ernährungsthema – insbesondere in China. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Algen als Lebensmittel von anderen Nahrungsmiteln verdrängt; ihnen blieb zuletzt die Nische Sushi. Doch in den letzten Jahren sind Algen wieder in den Fokus des Interesses gerückt. Inzwischen werden sie zum ultimativen Superfood erklärt. Man hofft, mit ihnen die weltweite Agrar- und Ernährungsproblematik in den Griff zu bekommen. Und tatsächlich: schätzungsweise in 70 Prozent aller verarbeiteten Lebensmittel sind heute Algen enthalten.

Für den Einsatz in der Lebensmittelprodution muss man aber grundsätzlich zwischen Makro-Algen und Mikro-Algen unterscheiden. Makro-Algen werden beispielsweise bei der Zubereitung von Sushi oder Salaten genutzt. Traditionell auf den Teller gehören sie vor allem in den asiatischen Ländern.

Mikroalgen hingegen werden vorwiegend in Form von Nahrungsergänzungsmitteln konsumiert. In Lebensmitteln werden sie darüber hinaus als Farbstoff, Carrageen (E 407), als Gelier- und Verdickungsmittel in Puddings und Joghurts (E 401 bis E 405) sowie als Emulgatoren und Stabilisatoren in Zahnpasta und anderen Produkten verarbeitet.

vegan, kosher und halal

Die Clean Label-Politik der Lebensmittelindustrie wird immer wichtiger: Verbraucher möchten sich zunehmend gesund und gemäß ihrer Lebenseinstellungen ernähren. Die Kultivierung von Mikro-Algen in geschlossenen Systemen erfüllt dabei ein wesentliches Kriterium: die hochreine Produktion. Im Gegensatz zur Freiland-Algenzucht und zur Algenherstellung in Röhrensystemen ist die Algen-Produktion unter Photo-Bio-Reaktor-Bedingungen keinerlei Umweltbedingungen ausgesetzt: immer exakt dosierte Lichtverhältnisse, keine Gefahr von Kontaminationen sowie standardisierte Wachstumsbedingungen führen am Ende zu hoch-konzentrierten und standardisierten Algen-Produkten.

Zudem erfüllen unsere Algen-Produkte die Voraussetzungen der Lebensmittelindustrie in verschiedenen Kulturkreisen. Die von uns produzierten Rotregen-, Braun- und Chlorella-Algen können somit bedenkenlos in Produkten verarbeitet werden, die als vegan, kosher oder halal zu deklarieren sind.

Für Veganer: Die Vitamin B12-Quelle

Das bioverfügbare Vitamin B12 in der Chlorella-Alge ist im Vergleich z. B. zum B12-Gehalt einer Rinderleber, die 60 b s100 Gramm aufweist, mit bis zu 210 Mikrogramm enthalten überragend. Besonders für die vegane Ernährung ist dieses Vitamin essentiell, da das Vitamin B12 nur in tierischen und nicht in pflanzlichen Produkten zu finden ist.

Auch nicht unerheblich: der ökologische Fußabdruck der Algen-Produktion ist besonders aus marketingtechnischen Gründen interessant: Der Wasserverbrauch bei der Rinderzucht liegt um ein 800-faches höher als bei gleicher Menge Algen. Ähnliches gilt für den Kohlendioxidverbrauch pro Kilogramm Protein, der bei Algen maximal bei 34,0 liegt, während er bei einem Kilogramm Rindfleisch bis zu über 210 liegen kann.

Mikroalgen als Butter- und Ei-Ersatz

Die Mikroalge Chlorella ist ein perfekter Butter und Eier-Ersatz. Interessant nicht nur für vegane Produkte, sondern auch für diätische Lebensmittel z. B. für Adipositas-Therapie. In Brot, Kuchen, Snacks, Knabberwaren und Süßigkeiten werden aktuell Algen als Ersatz für traditionelle Zutaten wie Gelatine, Ei und tierische Fette verwendet.

Die Lebensmittel-Branche in Europa und Deutschland ist gefordert, Halal-zertifizierte Produkte auf dem Markt zu etablieren, da hier das Marktpotential ständig wächst. Ebenso steigert sich das Potential für vegane Angebote – insbesondere in den urbanen Milieus. Und genau für die beiden Wachstumsmärkte kann der Einsatz von Mikro-Algen als Umsatzmotor gesehen werden – für Fleischersatz-Produkte genauso wie bei Süßigkeiten- und Snackprodukten wie auch im gesamten Convenience- und TK-Bereich.

Mikroalgen als natürliche Lebensmittelfarbe

Die grüne Chlorella- sowie die tiefrote Rotregen-Alge sind als natürliche Lebensmittelfarbe eine besondere Alternative für künstliche Farbstoffe in Lebensmitteln. Deklarationen als künstliche oder synthetische Zusatzstoffe wird vermehrt auf kritische Verbraucher, die dann bewusst zu Angeboten greifen, die ein „Clean-Label” vorweisen können – und sind zudem bereit, dafür auch einen höheren Preis zu akzeptieren. Aber die Lebensmittelfarbe aus der Alge ist in der Regel gar nicht teurer im Einkauf als synthetische Farbzusätze.

Mikroalgen für die Getränkeindustrie

Auch in diesem Bereich könnten in den letzten 10 Jahren große Veränderungen festgestellt werden. War über Jahrzehnte der Markt für Erfrischungsgetränke, Fruchtsäfte, Mineralwasser, Biere und Tees konservativ geprägt, von altbewährten Rezepturen dominiert und aus Markensicht relativ konstant verteilt, ist in den letzten Jahren vieles in Bewegung geraten. Besonders durch die Etablierung von Bio-Limonaden, veganen Erfrischungsgetränken und Smoothies, aber auch durch die Craftbeer-Bewegung befinden sich innovative Rezepturen, neue Optiken und Geschmacksrichtungen einer immer größeren Beliebtheit – und nehmen traditionellen Marken zunehmend Marktanteile weg.

Da aus Marketingsicht das „Superfood Alge” eine besondere Wertschätzung durch den Verbraucher erfährt, sind auch Getränke mit „Algen-Zutat” in das Interesse moderner Verbraucher gerückt. Auch bei der Produktion von Getränken ist ein vielseitiger Einsatz von Algen denkbar: ​​​​​​​

  • als Farbstoff
  • als Geschmackgeber
  • als Dickungmittel
  • als Vitamin- oder Jod-Zusatz
  • als innovatives Marketingversprechen

Zahlreiche kreative Lösungsansätze

Die Novel-Food-Verordnung der EU regelt die Produktanforderungen. Als neuartige Lebensmittel gelten Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der Europäischen Union verbreitet. Dazu zählen beispielsweise Lebensmittel mit neuer oder gezielt ver­änderter Molekularstruktur oder Lebens­mittel, die aus Mikroorganismen, Pilzen oder Algen hergestellt werden.

Die Novel-Food-Verordnung lässt dabei einen relativ großen Spielraum bei der Neuentwicklung alternativer bzw. innovativer Lebensmittel. Deswegen sind Algen-Produkte heute besonders interessant – weil das Interesse der Verbraucher ständig wächst und weil die rechtlichen Rahmenbedingungen der Lebensmittel- und Getränke-Industrie entgegen kommen.

Reden Sie mit uns – entwickeln Sie mit uns

Da wir nicht nur das Know-how sowie die Expertise bei Algen haben, sondern auch Biochemiker*innen und Produktentwickler*innen beschäftigen, können wir Ihnen mit Rat und Tat – auch bei Produkt-Entwicklungen oder Rezeptur-Anpassungen – zur Seite stehen. Wir sehen uns als Partner, der vor allem auch durch Pionierarbeit motiviert wird. Sprechen Sie uns einfach an, wenn Sie eine neue Idee haben oder Rezepturanpassungen planen, bei denen Rotregen-, Chlorella- oder Braun-Algen eine Rolle spielen können.

Wir freuen uns auf Ihren Kontakt